Es ist soweit. Seit gestern könnt Ihr als Filmemacher:innen Euren Film für das Greenmotions Filmfestival 2026 einreichen.
Jeder, der das möchte, kann bei uns ihren/seinen Film einreichen. Das Festival nimmt Filme die in jeglicher Methode und Genre an unter anderem Animationsfilme, Dokumentarfilme, Dramen sowie experimentelle, artistische oder hybride Filme. Auch das Budget des Films spielt keine Rolle.
Wir suchen nach Filmen in unseren vier Preiskategorien:
– Kurzfilm – Kurzfilm für Kinder – Langfilm – Sonderthema 2026: „Anerkennung: Die Unsichtbaren sichtbar machen“.
In den ersten drei Kategorien liegt der Fokus auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.
Mit dem diesjährigen Sonderthema “Anerkennung: Die Unsichtbaren sichtbar machen” richtet das Greenmotions Filmfestival den Blick auf Menschen und Lebensrealitäten, die oft übersehen werden – obwohl sie unsere Gesellschaften und unser gemeinsames Wohlergehen stützen.
Von unbezahlten Care-Arbeiter*innen bis hin zu marginalisierten Gemeinschaften zeigen wir Geschichten von Widerstandskraft, Würde und Zusammenhalt. Wir fragen: Wer wird gesehen, wer bleibt unsichtbar – und warum? Indem wir ungehörten Stimmen Raum geben, möchten wir Empathie, kritisches Denken und Solidarität stärken – und zu einer gerechteren, inklusiveren und nachhaltigeren Welt inspirieren. Mehr zum Sonderthema erfahrt ihr hier.
Die Filmeinreichung läuft über Filmfreeway. Dort habt ihr bis zum 16. April 2026 Zeit Euren Film einzureichen. Die diesjährigen Terms and Conditions findet ihr hier. Wir freuen uns schon auf die tollen Filme, in diesem Jahr!
(Bild aus „L’Arbre de l’Authenticité“, Gewinner des Sonderthemapreises 2025 von Sammy Baloji )
Wir freuen uns riesig darüber, unser diesjähriges Sonderthema mit euch teilen zu können. Wie üblich gibt es einen Sonderpreis zu Filmen, die zu unserem Thema passen. Beim Festival wird es außerdem einen Workshop passend zum Thema geben.
Das Greenmotions Filmfestival präsentiert Filme, die neue Perspektiven eröffnen, zu Veränderungen inspirieren und Wege in eine nachhaltige Zukunft aufzeigen. Mit dem diesjährigen Sonderthema „Anerkennung: Die Unsichtbaren sichtbar machen“ richten wir den Fokus auf Menschen und Realitäten, die oft unsichtbar bleiben, obwohl sie unser gesellschaftliches Miteinander und unser kollektives Wohlergehen entscheidend prägen. Im Zentrum dieses Fokus steht die Frage nach der Anerkennung: Wer wird in unseren Gesellschaften gesehen, gehört und geschätzt – und wer nicht?
Eine zentrale Gruppe sind dabei diejenigen, deren Arbeit nicht ausreichend anerkannt wird: Menschen, die in der Pflege und Betreuung tätig sind, wobei ein Großteil dieser Arbeit unbezahlt oder schlecht bezahlt ist. Dazu gehören die Kindererziehung, die Pflege älterer Angehöriger, die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen sowie die Arbeit in Krankenhäusern, Pflegeheimen und sozialen Diensten. Pflegearbeit ist körperlich anstrengend und emotional intensiv. Sie erhält Familien, Gemeinschaften und ganze Gesellschaften aufrecht – und wird dennoch allzu oft als selbstverständlich angesehen.
Allein in Deutschland leisten Erwachsene jedes Jahr mehr als 117 Milliarden Stunden unbezahlte Pflegearbeit, wobei Frauen etwa 72 Milliarden dieser Stunden beitragen. Dies übersteigt die Zahl der bezahlten Arbeitsstunden im Land. Dennoch wird diese Arbeit häufig als „unproduktiv” abgetan. Da Pflegearbeit körperlich und emotional so anstrengend und zeitaufwendig ist, fehlt vielen Pflegekräften die Zeit, Energie und die Ressourcen, um am politischen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Infolgedessen sind sie oft nicht in der Lage, sich für bessere Arbeitsbedingungen und Anerkennung einzusetzen.
Diese Ungleichheiten werden durch sich überschneidende Formen der Diskriminierung noch verstärkt. Frauen tragen weiterhin die Hauptlast der Pflegearbeit, was tief verwurzelte Geschlechternormen und ungleiche Machtverhältnisse widerspiegelt. Insbesondere Migrantinnen sind in prekären und informellen Pflegeberufen überproportional vertreten. Gleichzeitig werden Pflegesysteme zunehmend von wirtschaftlicher Effizienz und gewinnorientierten Modellen geprägt. Von Pflegeeinrichtungen wird erwartet, dass sie wie Unternehmen funktionieren und Kostensenkungen Vorrang vor menschlichen Bedürfnissen haben – und der wachsende Druck lastet auf denjenigen, die Pflege leisten, oft auf Kosten ihrer Gesundheit, Würde und finanziellen Sicherheit.
Über die Pflegekräfte hinaus umfasst dieses Sonderthema auch andere Gruppen, deren Beitrag zur Gesellschaft oft übersehen wird. Gruppen wie indigene Völker, Migrant*innen, Geflüchtete, Staatenlose, Sexarbeiter*innen, Arbeiter*innen ohne Papiere, Suchtkranke, Obdachlose und queere Gemeinschaften werden seit jeher zu Außenseiter*innen der Gesellschaft gemacht. Ihr Wert für die Gesellschaft, ihre Kultur und ihr Wissen werden oft ignoriert – in manchen Fällen sogar bewusst nicht anerkannt. Da ihre besonderen Umstände von vielen politischen Maßnahmen und Rechtsordnungen nicht berücksichtigt werden, sind diese Gruppen in hohem Maße auf Unterstützungsstrukturen angewiesen, die unabhängig von staatlichen Institutionen arbeiten, und sind von vielen staatlich regulierten Sozialleistungen ausgeschlossen. Für die Nichtbetroffenen bleiben die Herausforderungen, denen sich die Mitglieder dieser Gruppen gegenübersehen, sowie ihre Rolle in gesellschaftlichen Strukturen weitgehend unsichtbar.
Mit diesem Sonderthema möchten wir die Geschichten von Menschen erzählen, deren Handlungen und Bedürfnisse von Teilen der Gesellschaft nicht anerkannt werden. Wir suchen Geschichten, die die Kämpfe, die Widerstandsfähigkeit und die Würde der systematisch Marginalisierten offenbaren. In einer Zeit politischer Spaltung und zunehmenden Extremismus bemühen wir uns darüber hinaus, denjenigen ein Gesicht und eine Stimme zu geben, die zunehmend Entmenschlichung ausgesetzt sind und von politischen Bewegungen auf der ganzen Welt zu Unrecht als wertlos angesehen werden.
Gleichzeitig reflektieren wir über die strukturellen Dimensionen der Unsichtbarkeit. Wer profitiert von Systemen, die auf nicht anerkannter Arbeit und marginalisierten Lebensumständen beruhen? Wie tragen Kapitalismus, politische Interessen und tief verwurzelte soziale Normen zu Ausbeutung und Ausgrenzung bei? Und wie schaffen formelle und informelle Netzwerke der gegenseitigen Unterstützung Räume des Widerstands, der Fürsorge und der Solidarität?
Anerkennung bedeutet nicht nur Sichtbarkeit – es geht auch um Respekt, Rechte und Verantwortung. Indem wir “die Unsichtbaren sichtbar machen”, möchten wir verdeutlichen, dass eine Gesellschaft auf Menschen basiert und alle ihre Mitglieder berücksichtigen sollte. Wir hoffen, Empathie, kritisches Denken und gemeinsames Handeln zu fördern – und Bewegungen für eine gerechtere, integrativere und nachhaltigere Zukunft zu stärken.
Wie in (fast) jedem Jahr seit 2014 hat das Greenmotions Filmfestival vom 5. bis 9. November 2025 wieder seine Türen für Kino- und Nachhaltigkeitsbegeisterte im Kommunalen Kino im Alten Wiehrebahnhof geöffnet. Auch in diesem Jahr haben wir wieder ein Sonderthema ausgewählt, dem wir mit einem Teil unseres Programms besondere Aufmerksamkeit widmen möchten: „Closing the loop: innerhalb Planetarer Grenzen leben“ widmet sich der Frage, wie verschwenderische, lineare Lebens- und Wirtschaftsweisen überwunden und stattdessen zu zirkulären Lebensweisen (zurück)gefunden werden kann, die ein gutes Leben für alle auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen ermöglichen.
Mit über 900 Besucher*innen an fünf Tagen, zahlreichen ausverkauften Veranstaltungen und einem abwechslungsreichen Filmprogramm war das Festival ein voller Erfolg. Vielen Dank, dass ihr so zahlreich dabei wart, und vielen Dank an all unsere Sponsor*innen und Partner*innen, die das Festival möglich gemacht haben. In diesem Blogeintrag möchten wir mit euch auf die Highlights der letzten Tage zurückblicken.
(Bild aus „wer wenn nicht du“ Gewinner des Publikumspreises von Rosa-Lena Lange und Charlotte Weinreich)
Mittwoch, 5.11.
Direkt am ersten Tag war richtig was los im Kommunalen Kino: Über 70 Menschen kamen, um sich den Film „wer wenn nicht du“ von Charlotte Weinreich und Rosa-Lena Lange sowie den Kurzfilm „DARIO – How to (not) change the world“ von Christian Belz anzusehen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, welcher Aktivismus in Zeiten der sich zuspitzenden Klimakrise legitim und erfolgversprechend ist. Im Anschluss an den Film fand eine spannende Diskussion mit Charlotte und Christian, sowie Jannis Niethammer und Karl Braig, den beiden Protagonisten aus „wer wenn nicht du“ statt. Dieser Film fand bei den Zuschauer*innen überragend großen Anklang, sodass direkt der erste Film am Ende des Festivals zum Gewinner des Publikumspreises gewählt wurde. Herzlichen Glückwunsch!
Donnerstag, 6.11.
Den zweiten Festivaltag startete mit dem Film „Planet Wind: The global story of Offshore Wind“ von Dominic Allen. knapp 50 Gäste waren trotz der frühen Stunde im Kinosaal und folgten dem Film auf seiner Reise zu Offshore-Windanlagen rund um den Globus. Im Anschluss an den Film gab es eine spannende Fragerunde mit Nelly Kirsch vom Umweltschutzamt der Stadt Freiburg zum Ausbau der erneuerbaren Energien allgemein und der Windenergie im Speziellen in Freiburg und Umgebung.
Am Abend fand dann im Rahmen von „Holy Shit“ von Rubén Abruña die offizielle Eröffnungszeremonie des Festivals statt. Camillo und Carlotta aus dem Orga-Team führten die fast 70 Gäste im randvollen Kinosaal durch den Abend. Nach dem Film, der zugleich der erste Programmpunkt zu unserem diesjährigen Sonderthema war, waren der Regisseur sowie Undine Löhfelm, Verlegerin des Buchs zum Film und Andreas Doerne vom Holistic Compost Lab in Sankt Peter zu Gast und teilten spannende Gedanken über unseren Umgang mit menschlichen Ausscheidungen und wie wir sie als Ressource nutzbar machen könnten.
Freitag, 7.11.
Mit fast 170 Gästen nahm das Festival am dritten Festivaltag so richtig Fahrt auf. Der Tag wurde eröffnet von dem Film „Lost for Words„, einer meditativen Collage von Hannah Papacek-Harper über unsere Verbundenheit zur Natur und was der Verlust von Wildnis auch für uns Menschen bedeutet.
Danach wurde ein weiterer Film aus unserer Sonderthema-Kategorie gezeigt: der Film „L’Arbre de l’Authenticité“ von Sammy Baloji, ein poetisches filmisches Essay, das den Bäumen im kongolesischen Regenwald eine Stimme gibt und sich so kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Belgiens und der ökologischen Bedeutung der DR Kongo heute auseinandersetzt. Unsere Sonderthema-Jury hatte bereits im Vorlauf des Festivals entschieden, den von der EWS gesponserten Preis dieses Jahr an l’Arbre de l’Authenticité zu vergeben. Herzlichen Glückwunsch!
Den Abschluss machte am Abend der Film „The Battle for Laikipia“ von Daphne Matziaraki und Peter Murimi. Die im Film aufgeworfenen Fragen (Wie bestimmt koloniales Erbe noch heute die Landbesitzverhältnisse in Teilen Afrikas? Welches Konfliktpotenzial liegt darin und wie wird dieses durch die Klimakrise weiter verschärft?) konnten nach dem Film in einer Fragerunde mit Edwin Mutyenyoka vom Arnold-Bergstraesser-Institut weiter vertieft werden.
Samstag, 8.11.
Der vierte Festivaltag begann – da Wochenende – schon deutlich früher als die vorherigen, und zwar mit einem interaktiven Programmpunkt: Bei einem dreistündigen Workshop führte Andreas Doerne vom Holistic Compost Lab, der auch die Podiumsdiskussion am Donnerstag bereits mit seiner Expertise bereichert hatte, die 15 Teilnehmenden in die hohe Kunst des Kompostierens ein.
Nahezu zeitgleich startete im Kinosaal das Kinderprogramm: Anne und Laura aus dem Orga-Team führten über 30 Kinder ab fünf Jahren und ihre Begleitpersonen durch ein buntes Programm aus Kurzfilmen zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz.
Am Samstagmittag standen zwei weitere Filme zum Sonderthema auf dem Programm: „People at the Heart of Change“ von Karen Logan und „Ben & bEartha: A Community’s Compost Love Story“ von Jordan Osmond zeigen inspirierende Graswurzel-Kompostprojekte aus Südafrika bzw. Neuseeland. Nach dem Film beantwortete Veit Cornelis von der Abfallwirtschaft Freiburg den Besucher*innen Fragen zum Abfallsystem in Freiburg und den Maßnahmen, um stärkere Stoffkreisläufe in diesem Bereich zu etablieren.
Auch am Nachmittag ging es mit der Reise um den Globus munter weiter: Der Film „Roots of Resilience: Stories of Caribbean Women in Agriculture“ von Curmiah Lisette stellt eine Organisation auf der Karibikinsel St. Lucia vor, die sich für die Stärkung der Frauen in der dortigen Landwirtschaft einsetzt. „Birdsong“ von Kathleen Harris begleitet einen irischen Ornitologen bei dem Versuch, die Stimmen aller Vogelarten in Irland festzuhalten. „Li Cham“ von Ana Ts’uyeb zeigt auf bewegende Art die Wiedergeburt dreier Tsotsil-Frauen, die über die Philosophie des Zapatismo ihren Glauben an ein Leben in Freiheit und Unabhängigkeit zurückgewinnen.
Der krönende Abschluss am Samstagabend war dann der Film „The Wolves Always Come at Night“ von Gabrielle Brady über eine nomadisch lebende Familie in der Mongolei, die ihre traditionelle, pastorale Lebensweise aufgrund des Klimawandels aufgeben muss und gezwungen ist, einen Neuanfang in der Großstadt zu wagen. Nach dem Film konnten die über 80 Besucher*innen Fragen an die Editorin des Films Katharina Fiedler stellen, die online zugeschaltet war.
Sonntag, 9.11.
Wie es die Tradition der letzten Jahre will, wurde der letzte Festivaltag mit einem Buffet aus geretteten Lebensmitteln eröffnet. Thematisch passend lief im Anschluss der Film „Demain, la Vallée“ von Jérôme Prudent zu nachhaltiger Landwirtschaft. Der Film wurde begleitet durch eine Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden von den Agronauten, Piluweri (die auch für die Verpflegung des Teams während des Festivals gesorgt haben), der Regionalwert AG und der Gartencoop Freiburg.
Der Film „Documerica, Self-Portrait of a Nation on the Brink“ von Pierre-François Didek zeichnete am Sonntagnachmittag ein bewegendes, aber auch verstörendes Bild der langen Geschichte der Umweltzerstörung in den USA. Auch im Film „Bottlemen“ von Nemanja Vojinović, der das Leben der Flaschensammler auf Europas größter Müllhalde in Serbien dokumentiert, wurde das schockierende Ausmaß der menschlichen Umweltzerstörung sichtbar.
Ebenfalls am Sonntagnachmittag lief zum zweiten Mal das Kinderprogramm. Die jungen Besucher*innen der beiden Sessions am Samstag und Sonntag haben mehrheitlich den Film „Writing Home“ von Eva Matejovičova über das Leben eines Borkenkäfer-Mädchens zum Gewinner des von der Sparkasse Freiburg – Nördlicher Breisgau Kinderpreises gewählt. Herzlichen Glückwunsch!
Der letzte Langfilm des Festivals 2025 war erneut einer zu unserem Sonderthema: Der Film „Purpose“ von Martin H. Oetting begleitet zwei Wirtschaftswissenschaftler*innen bei ihrem Kampf für ein grundlegend neues Wirtschaftssystem jenseits von Wachstumszwang und Wegwerf-Mentalität. Im Anschluss an den Film fand eine Podiumsdiskussion mit dem Regisseur (online), Niklas Mischowski vom Städtebündnis ICLEI und Benedikt Schmid von der Universität Freiburg statt.
Wie in jedem Jahr bildete am Sonntagabend der legendäre Kurzfilmwettbewerb mit anschließender Preisverleihung den krönenden Abschluss des Festivals. Von sieben gezeigten Kurzfilmen hat unsere Kurzfilm-Jury den Film „Picus“ von Frédéric Doazan zum Gewinner gekürt und den von der Alfred Toepfer Stiftung gesponserten Preis feierlich überreicht. Herzlichen Glückwunsch!
Um das Festival gemeinsam ausklingen zu lassen, lud das Greenmotions-Orgateam nach der Preisverleihung noch zu einer gemeinsamen Afterparty in der Galerie des Kommunalen Kinos, mit Musik der Freiburger Band Cosmic Mints und Sekt und Wein, gesponsert vom Weingut Andreas Dilger.
Die globale Multikrise beschleunigt sich, sie betrifft alle Ebenen der Gesellschaft: Demokratie, Klima, biologische Vielfalt, Migration, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Institutionen, Landwirtschaft … Und doch gibt es keine Mainstream-Debatte über das Thema, das den Kern vieler – wenn nicht aller – dieser Probleme bildet: unser Wirtschaftssystem. Wie sie funktionieren, was sie leisten und wie sie gestaltet sind, ist nicht wirklich Teil unserer öffentlichen Diskussion. Purpose zeigt, wie sich die Ökonom:innen Katherine Trebeck und Lorenzo Fioramonti dafür einsetzen, um unsere Gesellschaft von ihrem Destruktiven Kurs abzubringen. Im Anschluss an den Film gibt es eine Diskussion mit dem Regisseur Martin Oetting, Benedikt Schmid von der Uni Freiburg sowie einem Vertreter von ICLEI.
Kein Platz mehr im Hauptsaal? Wir zeigen den Film auch parallel in der kleineren Galerie im KoKi! Dort gibt es im Anschluss leider aber keine Diskussion.
Was passiert mit der Nahrung, die wir verdauen, nachdem sie unseren Körper verlassen hat? Ist es Abfall, der weggeworfen wird, oder eine Ressource, die wiederverwendet werden kann? Auf der Suche nach Antworten begibt sich der Regisseur Rubén Abruña auf eine investigative und unterhaltsame Suche durch 16 Städte auf 4 Kontinenten. Er folgt der Fäkalienspur von den langen Pariser Abwasserkanälen bis zu einer riesigen Kläranlage in Chicago. Die vermeintliche, weltweit angewandte Lösung, die halbfesten Überreste der Kläranlage als Dünger zu verwenden, erweist sich als lebender Albtraum, denn sie enthalten Schwermetalle und giftige PFAS-Chemikalien. Können Ausscheidungen für den Anbau von Nahrungsmitteln verwendet werden und die drohende Düngerknappheit lindern? Im Anschluss an den Film: Diskussion mit Regisseur Rubén Abruña und Andreas Doerne (Holistic Compost Lab) + Vorstellung Buch zum Film „Holy Shit“ der Verlegerin Undine Löhfelm.
People at the Heart of Change + Ben & bEartha: A Community’s Compost Love Story
Regie: Karen Logan /Jordan Osmond
Länge: 66 min (27 min / 39min)
Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch
Diese Doppelvorführung ist einem essentiellen Aspekt unseres Sonderthemas des Lebens innerhalb planetarer Grenzen gewidmet – dem Kompostieren. Im Mittelpunkt des herzerwärmenden Dokumentarfilms People at the Heart of Change steht ein Projekt zur Abfallvermeidung und Umweltgerechtigkeit in der südafrikanischen Stadt Durban, das die Kraft kleiner, lokaler Lösungen mit großer Wirkung zeigt. Müllsammler, Händler, Künstler, Aktivisten und Nachbarn kommen zusammen und beweisen, dass wir den Grundstein für eine gerechtere Welt legen können, wenn wir nur lange genug innehalten und einander zuhören.
Ben & bEartha erzählt die Geschichte des leidenschaftlichen Kompostierers Ben Bushell von Community Compost, Nelson. Anhand der inspirierenden Geschichte von Ben und seiner engagierten Kompostiergemeinschaft lernen wir bEartha kennen, eine automatische Kompostiermaschine, die im Begriff ist, die gewerbliche Kompostierung im kleinen Maßstab zu revolutionieren. Dieser inspirierenden Film zeigt einen potentiell bahnbrechenden Ansatz zur Herstellung von Kompost auf städtischem Level.
Nach der Vorführung gibt es eine Diskussion über Abfallmanagement in Freiburg mit Veit Cornelis von der ASF.
In Yangambi, einer biologischen Forschungsstation aus der belgischen Kolonialzeit, werden wissenschaftliche Aufzeichnungen über die Natur im Kongo-Becken gefunden. Sie zeigen u.a. wie Bäume auf den Klimawandel reagieren. Die kongolesischen Regenwälder spielen eine zentrale Rolle für die globale Klimabilanz: „Meine Kinder werden Arbeiter in einer neuen Klimaökonomie,“ flüstert Lileko, der Baum der Authentizität am Ende des Films. Mit poetischem Text, getragen von immersiven Soundscapes, gibt der Fotograf und Videokünstler Sammy Baloji den Bäumen eine Stimme. Der in drei Kapiteln geteilte filmische Essay setzt sich kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Belgiens und der ökologischen Bedeutung der DR Kongo heute auseinander.
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